Der selbstgeschriebene Dialog gehört zu der Kurzgeschichte "Ein netter Kerl" von Gabriele Wohlmann aus dem Jahre 1978.
Den Link zum Originaltext findet ihr hier:
https://www.schloss-in-den-wolken.de/v2x
Wir haben diesen Text damals in der Schule im Zuge der Vorbereitung auf unsere Abschlussprüfung im Deutschunterricht erhalten.
Die Aufgabe dazu sah vor, dass am späten Abend, nach dem Essen, die Mutter mit ihrer Tochter Rita nochmal das Gespräch sucht.
Mit dieser Ausgangslage sollte man einen Dialog zwischen den beiden Personen verfassen, dabei waren keine Grenzen gesetzt. Was man gut an meinem verfassten Text merkt.😅
Das war es erstmal von dieser kurzen Einleitung, nun viel Spaß beim lesen.😊
Dialog
Am späten Abend versucht die Mutter nochmal das
Gespräch mit ihrer Tochter Rita aufzunehmen.
Nachfolgender Dialog dazu:
*Klopf, Klopf*
„Ja was ist denn?“, fragte Rita aus ihrem Zimmer. „Kann ich reinkommen, sagte
die Mutter mit demütiger Stimme.“
„Von mir aus“, sagte Rita, leicht genervt.“
Die Mutter trat ins Zimmer ein und setzte sich neben ihre Tochter aufs Bett.
Dann sagte sie: „Ich wollte mich für vorhin entschuldigen. Es war echt nicht ok
von uns, uns so über deinen Freund…“
Rita unterbrach sie direkt: „Mein Verlobter, so viel Zeit muss da schon sein.“
„Natürlich, entschuldige. Es war nicht in Ordnung so über deinen Verlobten
herzuziehen, fuhr die Mutter fort. Ich weiß nicht was da in mich gefahren ist,
so laut zu lachen und mich derartig über sein Äußeres zu amüsieren. Wenn er
dich glücklich macht, dann ist das in Ordnung für mich. Egal wie er ausschaut
oder wie mein Eindruck von ihm ist.“
„Ist schon ok, entgegnete Rita, ich weiß ja das ihr nur das Beste für mich im
Sinn habt. Ich verzeihe dir.“ Sie umarmte ihre Mutter daraufhin.
„Dann bin ich beruhigt, sagte ihre Mutter, sichtlich erleichtert.“
Sie stand auf und ging zur Tür. Als sie wieder im Türrahmen war, rief Rita ihr
hinterher: „Aber Nanni und Milene sollen auch nochmal herkommen und sich bei
mir entschuldigen. Ich laufe denen nicht schon wieder hinterher wie die letzten
Male.“
„Sage ich Ihnen, antwortete die Mutter. Aber du musst schon zugeben er ist
schon echt korpulent.“ Direkt schob sich wieder ein schelmisches Grinsen in ihr
Gesicht. „Du machst es schon wieder Mutter, lies Rita verlauten, du kannst es
einfach nicht lassen, oder?“ „Was meinst du damit“, fragte die Mutter
verdutzt?“
„Immer, wenn ich einen neuen Menschen mit nach Hause bringe, könnt ihr es gar
nicht abwarten, euch das Maul über diese Person zu zerreißen, entgegnete Rita
ihr.
Ehrlich gesagt habe ich es satt, dass ich mir dann anhören muss was für einen
schlechten Geschmack ich hätte oder das Papa sein Auto nicht gefällt.“
Ihre Mutter, völlig entsetzt über diese Ausführung von Rita, schwieg kurz und
widersprach ihr dann: „Ich will doch das es dir gut geht und du nicht die
gleichen schlechten Entscheidungen triffst, wie ich damals in deinem Alter. Du
kennst diesen Typen doch kaum und ich weiß nicht, ob er wirklich derjenige ist,
der meine Enkel erziehen könnte.“
„Genau wegen solchen Aussagen von euch habe ich Andre engagiert, sagte Rita
entzürnt.“
„Wie?, fragte die Mutter sehr verwirrt. Du hast jemanden engagiert? Wofür?“
„Ich wollte euch testen, klärte Rita sie auf. Ich habe Andre vor ein paar
Wochen gefragt ob er nicht so tun würde, als ob wir zusammen wären, um zu
sehen, wie ihr reagieren würdet. Und wie ich heute über den Abend und auch
jetzt feststellen musste, verurteilt ihr echt jeden der durch die Tür
schreitet, fuhr sie fort.
Wir sind nicht verlobt, kennen tue ich ihn auch nicht so wirklich gut, da muss
ich dir recht geben. Aber dieser Abend hat gezeigt, dass ihr und du besonders
nicht der richtige Umgang für mein Kind seid.“
„Dein was! rief ihre Mutter“
„Ja genau der wäre dann der zweite Plot Twist, entgegnete Rita ihr. Ich bin
schwanger.“
Der Mutter blieb schon wie beim Abendessen die Luft im Hals stecken.
„Und ich glaube, dass es, momentan am besten ist, wenn ich von hier wegziehe
und allein mein Kind großziehe, setzte Rita ihren Satz fort. Und da du über den
Vater des Kindes sowieso wieder herziehen würdest, werdet ihr ihn auch erstmal nicht kennenlernen. Zumindest so lange, bis du bereit bist dich einfach
aufrichtig für mich zu freuen. Nicht nur gekünzelt, wie vorhin.“
Am nächsten Morgen war Rita mit samt ihrer Sachen verschwunden. Sie ist mit der Bahn Richtung Hamburg gefahren, von Ihrer Mutter hörte sie erstmal lange Zeit nichts mehr.
Neun Monate später brachte sie den kleinen Marc zur Welt…
